Amazon-Verkäufergebühren und weitere Kosten im Jahr 2026

Ein gefragtes Produkt ist ein guter Anfang. Die schwierigere Frage lautet was Ihnen unterm Strich bleibt, nachdem Verkauf, Versand und Retouren bezahlt sind.
Dieser Leitfaden behandelt Amazons US-Store Amazon.com mit Beträgen in US-Dollar. Rechnen Sie verkaufsbezogene Gebühren, Ihren Verkaufstarif, Versandkosten, FBA und Nebenkosten durch, um ein realistisches Produktbudget aufzustellen.
Gebühren und Richtlinien wurden am 16. Oktober 2026 geprüft. Nutzen Sie die verlinkten Amazon-Gebührentabellen für Ihr Produkt, Ihre Versandart und das geplante Versanddatum.
Die wichtigsten Amazon-Verkäufergebühren
Amazon unterteilt seine regulären Verkaufsgebühren in Tarifgebühren und Verkaufsprovisionen. Versand durch Amazon (FBA) ist ein optionaler Service mit separaten Kosten. Sie können Bestellungen auch eigenständig versenden. Siehe Amazons aktuelle US-Preise und optionale Services.
Geben Sie jedem Kostenpunkt in der Planung eine eigene Zeile:
Verkauf: Monatsgebühr des Verkaufstarifs, Verkaufsprovision und etwaige variable Abschlussgebühren.
Versandabwicklung: FBA-Gebühren oder eigene Aufwände für Lagerung, Verpackung und Versand.
Lagerbestand: Einkaufspreis, Vorbereitung, Transport ins Lager und Lagergebühren.
Rund um die Bestellung: Rückerstattungen, optionale Werbekampagnen, Softwaretools und eigene Betriebskosten.
Dies ist eine Budget-Checkliste, keine Behauptung dass jeder Verkäufer jeden Posten zahlt. Erfassen Sie jeden Aufwand nur einmal; FBA-Gebühren doppelt anzusetzen ruiniert die beste Tabellenkalkulation.
Verkaufsbezogene Amazon-Gebühren
Beginnen Sie mit den Gebühren, die direkt an einen Verkauf gekoppelt sind. Die Gebührenkategorie des Artikels ist ausschlaggebend und stimmt nicht zwingend mit der Kategorie auf der Produktdetailseite überein.
Verkaufsprovisionen (Referral fees)
Die Verkaufsprovision berechnet sich aus dem Gesamtverkaufspreis einschließlich Versand- und Geschenkverpackungskosten. Es gibt keinen Einheitssatz für alle Produkte. In den USA liegen Küche & Haushalt beispielsweise bei 15 %, Unterhaltungselektronik bei 8 %; andere Kategorien haben gestaffelte Sätze. Prüfen Sie die Gebührentabelle nach Kategorien für Ihren Artikel.
Mindestverkaufsprovision
Gilt eine Mindestgebühr, fällt der jeweils höhere Betrag aus berechneter Verkaufsprovision und Mindestbetrag an – beides wird nicht addiert. Küche & Haushalt hat beispielsweise ein Minimum von 0,30 $. Manche Kategorien kennen keine Mindestgebühr.
Ein Verkauf über 30 $ in Küche & Haushalt ohne Versand- oder Geschenkverpackungsaufschlag ergibt somit 4,50 $ Verkaufsprovision: 30 $ × 15 %. Das ist jedoch nur die Verkaufsprovision – kalkulieren Sie weiter bevor Sie entscheiden, ob das Geschäft rentabel ist.
Abschlussgebühren
Die US-Abschlussgebühr beträgt 1,80 $ pro verkaufter Einheit in den Kategorien Bücher, DVD, Musik, Software & Video-/Computerspiele, Videospielkonsolen und Zubehör. Sie fällt zusätzlich zu anderen Gebühren an. Amazon bezeichnet dies auch als variable Abschlussgebühr; sie ist unabhängig von der Stückgebühr des Einzelanbieter-Tarifs. Siehe die Tabelle der Abschlussgebühren.
Gebühren bei Erstattungen
Eine Rückerstattung an den Kunden macht nicht automatisch alle Kosten rückgängig. Bei einer vollständigen Erstattung für Nicht-Medienprodukte behält Amazon eine Bearbeitungsgebühr für Erstattungen ein, die dem geringeren Betrag aus 5,00 $ oder 20 % der Verkaufsprovision entspricht. Diese Obergrenze gilt pro Rechnungsposten, auch bei mehreren Einheiten desselben Artikels.
Für Bücher, Musik, Video und DVD gelten abweichende Regeln, und Teilerstattungen erfordern eine gesonderte Berechnung. Die Stückgebühr des Einzelanbieter-Tarifs wird nicht gutgeschrieben. Nutzen Sie Amazons Richtlinie für Erstattungsgebühren, statt die Nicht-Medien-Regel pauschal auf jede Rückerstattung anzuwenden.
Planen Sie im eigenen Budget auch Rücksendekosten, Bearbeitung und unverkäufliche Ware ein, sofern diese Aufwände bei Ihnen verbleiben. Behandeln Sie die finanzielle Rückerstattung und die physische Kundenretoure als getrennte Vorgänge beim Abgleich.
Gebühren für das Verkäuferkonto
Amazon bietet die Verkaufstarife Einzelanbieter und Professionell an. Für beide fallen reguläre Verkaufsgebühren an; die Tarifwahl ersetzt keinesfalls die Verkaufsprovision. Amazons Verkäufer-FAQ listet die aktuellen US-Tarifkosten auf.
Verkaufstarif Einzelanbieter
Im Basistarif für Einzelanbieter zahlen Sie 0,99 $ pro verkaufter Einheit ohne monatliche Grundgebühr. Es handelt sich um eine Gebühr pro Verkauf, nicht um Kosten für das bloße Einstellen eines Listings.
Amazon empfiehlt diesen Tarif wenn Sie weniger als 40 Verkäufe pro Monat erwarten. Dies ist eine Orientierungshilfe, keine starre Grenze erlaubter Verkäufe. Vergleichen Sie die Kosten bei Ihrem erwarteten Verkaufsvolumen vor der Wahl.
Professioneller Verkaufstarif
Der Professionelle Tarif kostet 39,99 $ pro Monat zuzüglich anfallender Verkaufsgebühren, verzichtet dafür aber auf die 0,99 $ Stückgebühr des Einzelanbieter-Tarifs. Massenbearbeitungstools und erweiterte Berichte spielen bei der Entscheidung oft eine Rolle. Beide Tarife können FBA nutzen, abhängig von Produkt- und Programmanforderungen. Prüfen Sie den Tarifvergleich, bevor Sie auf bestimmte Funktionen bauen.
Versandgebühren und Versandgutschriften
Wenn Sie Bestellungen selbst versenden, kalkulieren Sie Transportdienstleister, Verpackung, Lagerung und Kommissionierung ein. Amazon bezeichnet diese Versandart als Versand durch Händler (FBM). Der vom Käufer eingezogene Versandbetrag beweist keineswegs, dass Ihre tatsächlichen Lieferkosten gedeckt sind.
Versandgutschrift für Einzelanbieter
Für Einzelanbieter legt Amazon feste Versandkosten fest und schreibt den dem Käufer berechneten Betrag gut. Sie müssen die Bestellung auch dann versenden, wenn die Gutschrift unter Ihren realen Portokosten liegt. Beachten Sie die Tabelle in den Versandeinstellungen für Einzelanbieter.
Gleichen Sie die Gutschrift mit einem real verpackten Paket und tatsächlichen Spediteurpreisen ab. Nutzen Sie den Wert für das konkrete Produkt und die gewählte Versandart.
Amazon FBA-Gebühren
Mit Versand durch Amazon übernimmt Amazon die Lagerung, das Picken, Packen, Versenden sowie den Kundenservice und die Retourenabwicklung. Versandgebühren und monatliche Lagergebühren sind getrennte Kostenblöcke. Die Lagergebühr richtet sich nach dem durchschnittlichen täglichen Raumvolumen in Kubikfuß. Amazons FBA-Übersicht erläutert Leistungen und Gebührenarten.
Für eine Versandschätzung ermitteln Sie Preisklasse, Produkttyp, Größenklasse und Versandgewicht in der US-FBA-Gebührentabelle 2026. Bekleidung und Gefahrgut haben eigene Tabellen. Prüfen Sie, ob die Gebührentabelle für den Zeitraum gilt in dem die Ware verschickt wird.
Zum Zeitpunkt dieser Aktualisierung gelten bereits die Hauptsaisontarife: Der Spitzenzeitraum läuft vom 15. Oktober 2026 bis zum 14. Januar 2027. Der seit 17. April 2026 für US-FBA geltende Treibstoff- und Logistikzuschlag von 3,5 % fällt auch auf saisonale Versandgebühren an. Er wird auf die Versandgebühr berechnet, nicht als 3,5 % des Verkaufspreises. Siehe Amazons Ankündigung zu den Feiertagsgebühren.
Je nach Service fallen zusätzliche Entgelte für Einlagerungsplatzierung, Überhangbestände, Retourenbearbeitung oder Remission und Entsorgung an. Die Retourenabwicklung durch Amazon bedeutet nicht, dass jede retourenbezogene Gebühr in der Standard-Versandgebühr enthalten ist.
Weitere Kosten für Amazon-Verkäufer
Auch die kleineren Kostenpositionen verdienen Beachtung. Manche fallen nur bei speziellen Artikeln oder extrem großen Sortimenten ins Gewicht.
Vorbereitung und Etikettierung: Amazon hat die US-FBA-Vorbereitungs- und Etikettierdienste zum 1. Januar 2026 eingestellt, mit Übergangsregelung für vorher erstellte Sendungen. Organisieren Sie diese Arbeit selbst oder über Lieferanten und planen Sie das Budget ein. Beachten Sie die Mitteilung zum FBA-Vorbereitungsservice.
Große Angebotsmengen: Die ersten 1,5 Millionen aktiven SKUs pro Marketplace sind gebührenfrei. Oberhalb dieser Grenze beträgt die US-Gebühr 0,001 $ pro berechtigter SKU und Monat, basierend auf dem Höchststand aktiver SKUs zwischen dem 5. und dem Monatsletzten. Siehe Amazons Gebühr für große Angebotsmengen.
Optionale Programme: Werbeanzeigen und gebuchte Zusatzdienste gehören ebenfalls ins Budget. Konsultieren Sie Amazons Leitfaden für optionale Kosten vor einer Buchung.
Auch Kosten außerhalb von Amazon brauchen ihren Platz. Addieren Sie Lieferantenrechnungen, Fracht, etwaige Einfuhrabgaben, Qualitätsprüfungen, Fremdlager, Personalaufwand und Software anhand realer Belege. Dies sind Ihre betrieblichen Kennzahlen, die Ihnen kein Gebührenrechner von Amazon vollständig vorgibt.
Kosten kennen, bevor Sie den Preis festlegen
Starten Sie mit einigen repräsentativen Artikeln. Erfassen Sie geplanten Verkaufspreis und Versandumsatz, ziehen Sie Amazon-Gebühren, Wareneinsatz und Nebenkosten ab. Berücksichtigen Sie einen separaten Puffer für Retouren sowie anteilige monatliche Fixkosten. Bezeichnen Sie das Ergebnis präzise: ein Deckungsbeitrag vor Fixkosten ist noch kein finaler Unternehmensgewinn.
Amazons Leitfaden zur Gebührenschätzung erklärt, wie Sie FBA und Eigenversand im Versandrechner vergleichen und den Bericht zur FBA-Gebührenvorschau abrufen. Tragen Sie reale Produkt- und Kostenannahmen ein. Vermerken Sie Datum und Tarifzeitraum neben der Schätzung und gleichen Sie diese nach dem Versand mit den tatsächlichen Abrechnungen ab.
Für die Arbeit mit Tabellenkalkulationen beschreibt unser Leitfaden zur FBA-Gebührenvorschau den Umgang mit Gebührenschätzungen in Google Sheets. Führen Sie Lieferanten- und Betriebskosten neben diesen Schätzungen, anstatt die Vorschau mit einer vollständigen Gewinn- und Verlustrechnung zu verwechseln.
Es ist eine kleine Prüfung, aber wiederholen Sie sie sobald sich Preis, Verpackung, Versandart oder Gebührensätze ändern. So gewinnen Sie eine verlässliche Entscheidungsgrundlage, ohne blind darauf zu vertrauen dass jeder Verkauf automatisch Gewinn abwirft.
Adaptiert nach einem ursprünglich auf Bindwise veröffentlichten Artikel von Annika Helendi; für Hopted durch die Hopted-Redaktion überarbeitet und aktualisiert.