So erstellen Sie Ihren eigenen Amazon Brand Store

Ein Brand Store bietet Ihren Produkten eine gemeinsame Heimat auf Amazon: einen Ort, um das Sortiment vorzustellen, Zusammenhänge zu zeigen und die Markengeschichte zu erzählen. Sie erstellen ihn mit Vorlagen und Inhaltskacheln ganz ohne Programmieraufwand.
Die Erstellung und Pflege des Stores ist kostenlos. Das bedeutet nicht, dass Verkauf, Produktfotografie oder Werbung gratis wären. Dieser Leitfaden beschreibt den Weg für US-Verkäufer; prüfen Sie Verfügbarkeit und Voraussetzungen für Ihren jeweiligen Amazon-Store.
Wer kann einen Amazon Brand Store erstellen?
Amazons aktuelle Teilnahmevoraussetzungen für Stores verlangen ein professionelles Verkäuferkonto oder ein Lieferantenkonto (Vendor Central) in einwandfreiem Zustand. Verkäufer müssen ihre Marke in der Amazon Markenregistrierung (Brand Registry) mit den passenden Vertriebsrollen angemeldet haben. Bei unzureichender Verknüpfung zwischen Marke und Verkäuferkonto kann es zu Zugriffsproblemen kommen.
Die Anmeldung zur Markenregistrierung kann mit einer aktiven eingetragenen Marke oder einer zulässigen anhängigen Markenanmeldung bei einem anerkannten Markenamt erfolgen. Der Markeninhaber stellt den Antrag, und der Markenname muss dauerhaft auf Produkt oder Verpackung angebracht sein. Der bloße Besitz einer Marke vollendet die Registrierung noch nicht.
Die US-Einrichtung umfasst zudem ein Amazon-Ads-Konto. Amazons Brand-Stores-Übersicht bestätigt, dass Sie keine bezahlte Werbung schalten müssen um einen Store zu betreiben; auch Agenturen können Stores für berechtigte Marken verwalten. Ein US-Verkaufstarif Professionell kostet derzeit 39,99 $ pro Monat zuzüglich Verkaufsgebühren. Halten Sie diesen betrieblichen Aufwand getrennt vom kostenlosen Store-Baukasten.
Hier geht es um einen Brand Store, nicht um ein Amazon Influencer Schaufenster. Ersterer präsentiert die eigene Markenwelt; letzteres erlaubt es berechtigten Creators, fremde Produkte zu empfehlen und Provisionen für qualifizierte Käufe zu erhalten. Das Verkäuferprofil ist wiederum eine eigene Zielseite, stellen Sie daher sicher im Brand Store Builder zu arbeiten.
Mit einem Brand Store können Sie:
Eine eigene Amazon-Webadresse für Ihre Marke nutzen.
Seiten für Produktkategorien, Kollektionen oder spezielle Kundenbedürfnisse anlegen.
Bilder, Videos, Texte und Produkte über Amazons Layouts arrangieren.
Käufer gezielt auf eine passende Unterseite leiten und das Nutzerverhalten analysieren.
Kunden entdecken Stores über Markenverlinkungen auf Produktdetailseiten, in den Suchergebnissen, über Werbeanzeigen oder über externe Links. Diese Wege schaffen Chancen, sind aber keine Garantie für Traffic oder bestimmte Suchplatzierungen.
Was ein Brand Store für Ihre Marke leistet
Der größte Vorzug liegt in der gestalterischen Kontrolle. Anstatt dass Kunden sich das Angebot aus verstreuten Produktdetailseiten zusammensuchen müssen, führen Sie sie strukturiert hindurch: Alltagsprodukte zuerst, Spezialartikel danach, ergänzt um Entscheidungshilfen.
Das ist Visual Merchandising, kein Fälschungsschutz. Ein eigener Store verleiht keine exklusiven Vertriebsrechte auf einer ASIN und entfernt keine Mitbewerber. Amazons Richtlinie für Rechteinhaber unterscheidet Schutzrechtsbeschwerden von Vertriebsbindungen und Mindestpreisvorgaben, die Amazon nicht über diese Richtlinie durchsetzt.
Falls ein Angebot gefälscht ist oder von der Detailseite abweicht, prüfen Sie die konkreten Beweise. Unser Leitfaden zum Amazon Listing-Hijacking erläutert diese Meldewege. Halten Sie diese Arbeit getrennt von der Sortiments- und Inhaltsplanung in Ihrem Store.
So bauen Sie Ihren Markenauftritt auf Amazon auf
Amazons Einrichtungsanleitung bietet zwei Zugangswege. In Seller Central öffnen Sie Stores → Stores verwalten und melden sich bei Aufforderung bei Amazon Ads an. In der Werbekonsole nutzen Sie Markeninhalte → Brand Stores → Brand Store erstellen. Wählen Sie die richtige Marke und den gewünschten Marketplace aus, bevor Sie Inhalte einfügen.
Planen Sie eine kompakte, zweckmäßige Erstversion. Definieren Sie die Aufgabe der Startseite und jeder Unterseite, die zugehörigen Artikel und welche Fotos oder Beschreibungen Kunden die Auswahl erleichtern. Eine verschachtelte Navigation mit halbleeren Seiten bringt weniger als einige klare Empfehlungen.
Markenlogo hochladen
Geben Sie den sichtbaren Markennamen ein und laden Sie ein hochauflösendes Logo hoch. Die aktuellen Gestaltungsrichtlinien fordern ein Logo von mindestens 400 × 400 Pixeln. Sie können festlegen, ob das Logo in der Kopfzeile eingeblendet wird. Prüfen Sie in der mobilen Vorschau, ob es auch im kleineren Format gut lesbar bleibt.
Seitenbeschreibung hinzufügen
Fügen Sie eine prägnante Meta-Beschreibung ein, die den Inhalt der Seite treffend zusammenfasst. Denken Sie an Nutzer, die Ihre Marke noch nicht kennen: Was erwartet sie hier und warum ist es für sie interessant? Vermeiden Sie es, eine Ansammlung von Suchbegriffen in einen einzigen Satz zu pressen.
Die Meta-Beschreibung hilft Suchmaschinen die Seite einzuordnen. Sie garantiert jedoch nicht, dass genau dieser Textauszug in den Suchergebnissen erscheint. Achten Sie darauf, dass Seitenüberschrift und Textinhalte auch für sich genommen überzeugen.
Design des Amazon Brand Stores
Wählen Sie ein vorgefertigtes Template oder beginnen Sie mit einer leeren Seite, und arrangieren Sie die Kacheln passend zum Seitenzweck. Amazon unterstützt mehrseitige Stores; nutzen Sie Seiten-Manager → Seite hinzufügen für den Aufbau. Vergeben Sie für jede Seite Namen sowie Beschreibung und wählen Sie eine Vorlage.
Eine Kategorieseite erleichtert den Produktvergleich. Eine Detailseite stellt ein einzelnes Hauptprodukt ausführlich vor. Eine saisonale Aktionsseite bündelt zeitlich passende Artikel. Zwingen Sie nicht jedes Produkt in dasselbe Schema, manche Artikel erfordern schlicht mehr Erklärung als andere.
Inhalte einpflegen
Nutzen Sie Text für wichtige Details, Bilder für Anwendungssituationen und Video wo eine Demonstration das Produkt verständlicher macht. Produktgitter, Kollektionen, kaufbare Bilder (Shoppable Images) und automatisierte Widgets bieten flexible Darstellungsoptionen. Produkte müssen bereits auf Amazon gelistet sein, bevor Sie sie im Store einbinden können.
Die Kachelgrößen hängen vom jeweiligen Kacheltyp ab. Eine Bildergalerie, ein Produktraster und ein Video bieten nicht dieselben Größenoptionen. Folgen Sie den aktuellen Spezifikationen für Kacheln und Bilder des gewählten Kachelformats.
Prüfen Sie den kompletten Store auf Desktop und Mobilgeräten in der Vorschau. Testen Sie jeden Navigationspunkt und Produktlink, kontrollieren Sie Bildausschnitte und Lesbarkeit und stellen Sie sicher, dass die richtigen Varianten angezeigt werden. Prüfen Sie die Inhaltsrichtlinien im Builder, bevor Sie Zur Veröffentlichung einreichen wählen.
Amazon prüft jeden Store vor der Liveschaltung. Laut Moderationsleitfaden dauert die Überprüfung meist unter 24 Stunden, kann aber bis zu drei Werktage beanspruchen. Während der Moderation können Sie keine Änderungen vornehmen. Planen Sie Zeit für eventuelle Korrekturen ein, insbesondere vor Feiertagen oder Werbekampagnen; ein fertiger Entwurf garantiert noch kein bestimmtes Startdatum.
Käufer in den Store leiten und Ergebnisse messen
Stimmen Sie die Zielseite genau auf Ihre Werbebotschaft ab. Eine Kampagne für eine bestimmte Produktlinie sollte direkt zu dieser Kategorie führen, statt den Kunden auf der Startseite suchen zu lassen. Sponsored Brands Kampagnen können auf den Store oder relevante Unterseiten verlinken. Sie können Store-Links auch auf Ihrer Website, in sozialen Medien und in E-Mailings nutzen.
Erstellen Sie für externe Feiertags-Newsletter ein eigenes Quell-Tag (Source Tag), um diesen Datenverkehr in den Berichten isoliert auszuwerten. Amazons Anleitung zu Quell-Tags erklärt die Erstellung:
Öffnen Sie Stores und wählen Sie Insights anzeigen für den betreffenden Store.
Wählen Sie Quell-Tag erstellen und bestimmen Sie die Zielseite.
Geben Sie einen aussagekräftigen Tag-Namen ein und klicken Sie auf Link kopieren.
Fügen Sie den generierten Link in Ihre externe Kampagne ein und testen Sie ihn vor dem Versand.
Ein Tag nutzt den Parameter ?channel=tag-name. Verwenden Sie den Generator, um bestehende URL-Parameter nicht versehentlich zu beschädigen. Amazon weist darauf hin, dass diese Tags für Sponsored-Brands-Kampagnen nicht unterstützt werden; trennen Sie externe getaggte Aktionen von den internen Berichten zu Sponsored Brands.
Nutzen Sie im E-Mail-Marketing ausschließlich Empfängerlisten mit rechtssicherer Einwilligung. Eine Amazon-Bestellung ist keine Erlaubnis, einen Käufer in Werbeverteiler aufzunehmen. Beachten Sie unseren Leitfaden zum Aufbau eines eigenen E-Mail-Verteilers.
Der Leitfaden zu Store-Kennzahlen unterteilt den Traffic in Sponsored Brands, Organischen Amazon-Traffic über Produktseitenlinks, Ihre Tags und Sonstige Quellen. Gehen Sie nicht davon aus, dass jeder ungetaggte Besuch automatisch einer Kampagne zugeordnet werden kann.
Umsätze im Store sind zugeordnete Schätzwerte, keine Reingewinnberechnung. Amazon definiert die Kennzahl als geschätzte Umsätze, die von Store-Besuchern innerhalb von 14 Tagen nach ihrem letzten Besuch erzielt wurden. Um den Erfolg zu beurteilen, vergleichen Sie diese Zahlen mit Werbeausgaben, Artikelmargen, Gebühren, Retouren und Attributionsgrenzen. Ein höherer zugeordneter Umsatzwert beweist nicht für sich allein, dass die Verkäufe ursächlich durch die Kampagne entstanden sind.
Mit Stores Insights können Sie Seitenaufrufe und Besucherquellen vergleichen. Aufrufe und tägliche Besucher stehen am Folgetag bereit; zugeordnete Einheiten und Umsätze nach zwei Tagen. Kleine getaggte Quellen werden bisweilen unter „Sonstige Tags“ zusammengefasst; geben Sie Kampagnen ausreichend Zeit und Traffic vor einer abschließenden Bewertung.
Einen überzeugenden Store aufbauen und kontinuierlich optimieren
Ein Brand Store lohnt sich besonders dann, wenn Kunden ein vielseitiges Sortiment verstehen, Produkte im Einsatz sehen oder Ihre Markenphilosophie kennenlernen sollen. Beginnen Sie mit einem klaren roten Faden, prüfen Sie alle Elemente sorgfältig und lenken Sie zielgerichteten Traffic darauf.
Werten Sie anschließend die Ergebnisse aus. Optimieren Sie Seiten mit hoher Absprungrate, passen Sie Sortimente bei Katalogänderungen an und testen Sie Änderungen möglichst einzeln nacheinander. Das verlangt etwas kontinuierliche Arbeit, das nimmt einem kein kostenloser Baukasten ab. Weder ein Ranking auf Seite eins noch ein neuer Store garantieren von allein steigende Verkaufszahlen.
Adaptiert nach einem ursprünglich auf Bindwise veröffentlichten Artikel; für Hopted durch Vlad Rudenko und die Hopted-Redaktion überarbeitet und aktualisiert.